Die Anlage eines Wildackers ist ein großes Projekt – vielfältig, wie die Jagd selbst

 

 

Warum Wildacker?

Wildschäden werden immer häufiger zu einem Streitgrund zwischen Jagdpächtern und Landwirten und Forstwirten. Das Wild braucht ganzjährig ungestörte Ruhezonen / Rückzugsorte und ausreichend Nahrung.

Die Anlage von einem Wildacker soll also dazu beitragen, den Wilddruck (Verbiss/Schäden in landwirtschaftlichen Flächen) in Wald und Landwirtschaft zu senken.

Egal ob Wildacker, Wildschutzhecken oder Deckungsstreifen – Die Anlage solcher Flächen ist wichtig für Hoch- und Niederwild. Sie dienen dem Wild als Äsungsfläche, Rückzugsraum oder auch als Kinderstube. Besonders hochwachsende Wildackerpflanzen bieten gute Deckung für Schalenwild.

Beispielsweise bieten dichte Wildackermischungen eine gute Deckung für Rotwild in Waldrandlagen. Dem Niederwild dient der Wildacker daneben als reichhaltige und schmackhafte Äsungsfläche.

Die Anlage eines Wildackers sollte jedoch nicht unterschätzt werden und gut geplant und überlegt sein. Wenn wichtige Aspekte nicht beachtet werden, könnte das Ergebnis enttäuschend sein.

Deshalb hoffen wir, Ihnen hier einige Tipps für die Anlage Ihres eigenen Wildackers geben zu können.

Das Besondere an MySaatgut ist, dass wir Ihnen keine vorgegebenen Mischungen anbieten. Sie haben die Möglichkeit, alle Komponenten einzeln auszuwählen – Denn Sie kennen die Beschaffenheit in Ihrem Revier und die Bedürfnisse, des in Ihrem Revier lebenden Wild, am besten!

 

Um das richtige Saatgut für einen Wildacker auszuwählen, ist einiges zu beachten:

 

Standort

Die Wahl des richtigen Standorts ist die Grundlage für den Erfolg des Wildackers. Generell sollte man zwischen einem Wildacker im Wald und einem Wildacker im Feldflur unterscheiden. Grundsätzlich gilt hier bei beidem, die Lebensgewohnheiten des Wilds bestimmen den Standort. Wichtig ist, dass durch den angelegten Wildacker kein Wildwechsel entsteht, der über eine Straße führt. Das geschieht, wenn die Deckung des Wilds sich auf der einen Straßenseite befindet, die Äsung aber auf der anderen. Dies würde das Risiko von Wildunfällen auf der Straße erhöhen.

Der ideale Standort für den Wildacker ist eine Fläche, die sich nahe dem Areal befindet, in dem sich das Wild regelmäßig aufhält, also nahe dem Einstand. In der Regel sind das ruhige, sonnige und ungestörte Lagen. Auch Rückegassen und Waldschneisen eignen sich als Standort für die Anlage eines Wildackers - vorausgesetzt das Sonnenlicht erreicht die Fläche. Hier ist auch schon der nächste wichtige Punkt: Die Wildackerfläche sollte mindestens zu 60% sonnig sein. Schattenäsungen werden vom Wild wenig bzw. kaum angenommen. Hinzu kommt, dass der Ertrag aufgrund von zu wenig Sonne deutlich geringer ausfällt.

 

 

Nährstoffreicher Boden

Eine Voraussetzung für ein gesundes Pflanzenwachstum ist die harmonische Nährstoffversorgung des Bodens, auf dem der Wildacker angelegt wird.

Aus diesem Grund sollte man vor der Anlage des Wildackers eine Bodenanalyse durchführen. Je nachdem, welcher Ergebnisse bei der Analyse festgestellt werden, muss der Boden ggf. vorbereitet werden, um den PH-Wert sowie die Nährstoffversorgung des Bodens zu optimieren. Ein optimaler PH-Wert für die Anlage von Wildäsungsflächen liegt in den Werten: 5,3-7,0.

Hohe Alt-Pflanzen auf der Fläche sollten gemäht, geschlegelt und in den Boden eingearbeitet werden. Zudem sollte der Boden erst kurz vor der Aussaat umgebrochen werden.

 

 

Jahreszeit

Bei der Auswahl des Saatgutes ist außerdem zu beachten, zu welcher Jahreszeit der Keimprozess der einzelnen Saatguteinzelkomponenten optimal verlaufen kann. Die optimale Saatzeit ist in den einzelnen Beschreibungen der Saatguteinzelkomponenten genannt.

Im Folgenden geben wir Ihnen Tipps zu besonders beliebten Saatguteinzelkomponenten in Bezug auf die heimischen Wildarten:

 

Schwarzwild: Gelbhafer (Sauenhafer)

Rotwild: Wiesen-Lieschgras

Muffelwild: Rotklee

Damwild: Wiesen-Lieschgras

Rehwild: Buchweizen

Hase: 8 Kräuter Mischung, Lebensraum 1

Fasan: Lebensraum 1

Hochwild: Gelbhafer, Winterfutterraps, Kleesorten

Niederwild: Lebensraum 1