Die HIKMICRO Thunder 3.0 Serie ist die dritte Generation der beliebten Thunder-Vorsatzgeräte und markiert einen deutlichen Technologiesprung gegenüber dem Vorgänger. Mit dem neuen Shutterless Image System (HSIS), hochauflösendem OLED-Display und Detektoren mit 12 µm Pixelabstand setzt HIKMICRO neue Maßstäbe im Segment der Wärmebild-Vorsatzgeräte für die Jagd.
In diesem Artikel stellen wir alle fünf Modelle der Thunder 3.0 Reihe vor, vergleichen die technischen Daten und helfen dir bei der Entscheidung, welches Modell zu deiner Jagdsituation passt.
Was ist neu bei der Thunder 3.0 Serie?
Gegenüber der Thunder 2.0 Generation bringt die 3.0-Serie mehrere wesentliche Verbesserungen:
- HSIS – Shutterless Image System: Der wohl wichtigste Fortschritt. Bei herkömmlichen Wärmebildgeräten friert das Bild während der Kalibrierung kurz ein – ein leises Klicken, das bei der Jagd stören kann. Die Thunder 3.0 arbeitet komplett ohne mechanischen Shutter. Das Bild bleibt durchgehend stabil und lautlos.
- 12 µm Pixelabstand: Kleinere Pixel bedeuten feinere Details bei gleicher Sensorgröße. Im Vergleich zu 17 µm bei älteren Geräten ist der Detailgewinn deutlich spürbar.
- Full-HD OLED-Display (1920 × 1080): Ein klarer Sprung in der Darstellungsqualität. Feine Strukturen wie Geweihansätze oder Konturen im Unterholz werden schärfer abgebildet.
- NETD < 15 mK: Die thermische Empfindlichkeit gehört mit unter 15 Millikelvin zu den besten Werten im Markt. Das bedeutet: Selbst geringe Temperaturunterschiede werden sichtbar – etwa ein Reh, das regungslos im Gras liegt.
- Stoßfestigkeit 1000 g: Damit hält das Gerät auch den Rückstoß stärkerer Kaliber problemlos aus.
Die fünf Modelle im Überblick
HIKMICRO bietet die Thunder 3.0 in fünf Varianten an. Sie unterscheiden sich in Sensorauflösung, Objektivgröße und ob ein Laser-Entfernungsmesser (LRF) verbaut ist.
HIKMICRO Thunder TH35C 3.0 – Der Einstieg
Das Thunder TH35C 3.0 ist das Einstiegsmodell der Serie mit einem 384 × 288 Sensor und 35 mm Objektiv. Die Erkennungsreichweite liegt bei bis zu 1.800 m.
| Eigenschaft | TH35C 3.0 |
|---|---|
| Sensorauflösung | 384 × 288 @ 17 µm |
| NETD | < 15 mK |
| Objektiv | 35 mm, F1.0 |
| Erkennung | bis 1.800 m |
| Display | 0,49" OLED, 1920 × 1080 |
| Akku | bis 6 Stunden |
| HSIS | Ja (Shutterless) |
Geeignet für: Jäger, die einen soliden Einstieg in die Thunder 3.0 Technik suchen. Die 384er Auflösung reicht für typische Ansitz-Entfernungen bis ca. 200 m gut aus.
HIKMICRO Thunder TQ35C 3.0 – Der Allrounder
Das Thunder TQ35C 3.0 setzt auf den größeren 640 × 512 Sensor – das bedeutet fast dreimal so viele Pixel wie beim TH35C. Bei gleicher 35 mm Optik erkennst du Details deutlich besser, besonders auf mittlere Entfernungen.
| Eigenschaft | TQ35C 3.0 |
|---|---|
| Sensorauflösung | 640 × 512 @ 12 µm |
| NETD | < 15 mK |
| Objektiv | 35 mm, F1.0 |
| Erkennung | bis 1.800 m |
| Display | 0,49" OLED, 1920 × 1080 |
| Akku | bis 6 Stunden |
| HSIS | Ja (Shutterless) |
Geeignet für: Ansitz und Pirsch bis ca. 300 m. Der 640er Sensor macht sich vor allem beim Ansprechen bemerkbar – Konturen sind klarer, Wildarten lassen sich sicherer unterscheiden.
HIKMICRO Thunder TQ35CL 3.0 – Allrounder mit Entfernungsmesser
Das Thunder TQ35CL 3.0 entspricht technisch dem TQ35C, bringt aber zusätzlich einen integrierten Laser-Entfernungsmesser (LRF) mit bis zu 1.000 m Reichweite und ±1 m Genauigkeit mit. Dazu ist es nach IP67 zertifiziert.
| Eigenschaft | TQ35CL 3.0 |
|---|---|
| Sensorauflösung | 640 × 512 @ 12 µm |
| NETD | < 15 mK |
| Objektiv | 35 mm, F1.0 |
| Erkennung | bis 1.800 m |
| LRF | bis 1.000 m, ±1 m |
| Display | 0,49" OLED, 1920 × 1080 |
| Akku | bis 5 Stunden |
| Schutzklasse | IP67 |
Geeignet für: Jäger, die auf den integrierten Entfernungsmesser nicht verzichten wollen. Praktisch beim Ansitz auf Freiflächen, wo die exakte Entfernung über den Schuss entscheidet.
HIKMICRO Thunder TQ50C 3.0 – Für weite Distanzen
Das Thunder TQ50C 3.0 kombiniert den 640 × 512 Sensor mit einem 50 mm Objektiv. Das ergibt eine Erkennungsreichweite von bis zu 2.600 m – ideal für offenes Gelände und große Feldflächen.
| Eigenschaft | TQ50C 3.0 |
|---|---|
| Sensorauflösung | 640 × 512 @ 12 µm |
| NETD | < 15 mK |
| Objektiv | 50 mm, F1.0 |
| Erkennung | bis 2.600 m |
| Display | 0,49" OLED, 1920 × 1080 |
| Akku | bis 6 Stunden |
| HSIS | Ja (Shutterless) |
Geeignet für: Feld- und Wiesenjagd, wo Wild auf 300+ Meter sicher angesprochen werden muss. Auch auf Drückjagden mit weiten Schneisen eine starke Wahl.
HIKMICRO Thunder TQ50CL 3.0 – Das Flaggschiff
Das Thunder TQ50CL 3.0 ist das Topmodell der Serie. Es vereint den 640 × 512 Sensor, das 50 mm Objektiv und einen integrierten Laser-Entfernungsmesser mit ballistischer Berechnung in einem Gerät.
| Eigenschaft | TQ50CL 3.0 |
|---|---|
| Sensorauflösung | 640 × 512 @ 12 µm |
| NETD | < 15 mK |
| Objektiv | 50 mm, F1.0 |
| Erkennung | bis 2.600 m |
| LRF | bis 1.000 m + Ballistik |
| Display | 0,49" OLED, 1920 × 1080 |
| Akku | bis 6 Stunden |
| HSIS | Ja (Shutterless) |
Geeignet für: Ambitionierte Jäger, die das Maximum an Technik wollen. Die Kombination aus Reichweite, Sensorqualität und integriertem LRF mit Ballistik macht den TQ50CL zum vielseitigsten Vorsatzgerät der Serie.
Alle Modelle im direkten Vergleich
| Merkmal | TH35C | TQ35C | TQ35CL | TQ50C | TQ50CL |
|---|---|---|---|---|---|
| Sensor | 384 × 288 | 640 × 512 | 640 × 512 | 640 × 512 | 640 × 512 |
| Pixelabstand | 17 µm | 12 µm | 12 µm | 12 µm | 12 µm |
| NETD | < 15 mK | < 15 mK | < 15 mK | < 15 mK | < 15 mK |
| Objektiv | 35 mm | 35 mm | 35 mm | 50 mm | 50 mm |
| Erkennung | 1.800 m | 1.800 m | 1.800 m | 2.600 m | 2.600 m |
| LRF | – | – | 1.000 m | – | 1.000 m |
| Ballistik | – | – | – | – | Ja |
| Display | FHD OLED | FHD OLED | FHD OLED | FHD OLED | FHD OLED |
| HSIS | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Akku | 6 h | 6 h | 5 h | 6 h | 6 h |
| Bildrate | 50 Hz | 50 Hz | 50 Hz | 50 Hz | 50 Hz |
384er oder 640er Sensor – was brauche ich wirklich?
Die Frage nach der Sensorauflösung ist die wichtigste Entscheidung beim Kauf eines Wärmebild-Vorsatzgeräts. Der Unterschied zwischen 384 × 288 und 640 × 512 Pixeln ist nicht nur eine Zahl – er ist im Feld spürbar.
Der 384er Sensor im TH35C liefert ein gutes, klares Bild und reicht für die meisten Ansitzsituationen im Wald aus. Auf Entfernungen bis 150–200 m erkennst du Wildarten sicher. Wer vorrangig vom Hochsitz auf überschaubare Distanzen jagt, ist damit gut bedient.
Der 640er Sensor (TQ-Modelle) zeigt seinen Vorteil ab ca. 200 m aufwärts. Details wie Geweihstangen, Frischlingsgröße oder die Unterscheidung zwischen Fuchs und Dachs werden deutlich einfacher. Auf der Feldjagd oder bei weiten Schneisen im Wald ist der Unterschied im Ansprechen relevant.
Mehr zum Thema Sensortechnik findest du in unserem Artikel Wärmebildkamera Sensor – worauf kommt es wirklich an?
35 mm oder 50 mm Objektiv?
Die Objektivgröße bestimmt zwei Dinge: Reichweite und Sichtfeld. Je größer das Objektiv, desto weiter siehst du – aber desto schmaler wird der Bildausschnitt.
- 35 mm (TH35C, TQ35C, TQ35CL): Breiteres Sichtfeld, besser für Wald, Dickungen und Situationen, in denen sich Wild schnell bewegt. Ideal für Ansitz im Wald und Pirsch.
- 50 mm (TQ50C, TQ50CL): Deutlich mehr Reichweite (2.600 m vs. 1.800 m Erkennung). Besser für offene Feldfluren, Wiesenjagd und große Schneisen. Wer häufig auf 300+ Meter anspricht, profitiert vom 50er.
Brauche ich den Laser-Entfernungsmesser?
Die CL-Modelle (TQ35CL und TQ50CL) haben einen integrierten Laser-Entfernungsmesser (LRF) mit bis zu 1.000 m Reichweite. Das spart ein separates Gerät und liefert die Entfernung direkt im Wärmebild-Display.
Der LRF lohnt sich besonders bei:
- Feldjagd, wo Entfernungen schwer zu schätzen sind
- Schüssen über 150 m, bei denen die Haltepunkt-Korrektur relevant wird
- Jägern, die nicht zusätzlich ein Fernglas mit Entfernungsmesser mitführen wollen
Das TQ50CL bietet sogar eine ballistische Berechnung, die den Haltepunkt basierend auf Entfernung und hinterlegtem Geschossprofil berechnet.
HSIS erklärt: Warum Shutterless den Unterschied macht
Jedes Wärmebildgerät muss sich regelmäßig kalibrieren, um ein sauberes Bild zu liefern. Bei klassischen Geräten geschieht das über einen mechanischen Shutter – eine kleine Blende, die kurz vor den Sensor klappt. Das erzeugt ein hörbares Klicken und das Bild friert für einen Moment ein.
Das HIKMICRO Shutterless Image System (HSIS) löst dieses Problem softwarebasiert. Die Kalibrierung läuft im Hintergrund, das Bild bleibt durchgehend stabil und das Gerät arbeitet geräuschlos. Das ist nicht nur angenehmer – es kann auf der Jagd entscheidend sein, wenn das Klicken des Shutters Wild aufmerksam macht.
Thunder 3.0 vs. 2.0 – Lohnt sich das Upgrade?
Die Thunder 2.0 Modelle sind nach wie vor solide Geräte. Wer bereits ein 2.0 besitzt und zufrieden ist, muss nicht zwingend wechseln. Der Upgrade-Sprung lohnt sich vor allem in diesen Fällen:
- Shutter-Klicken stört dich: Das HSIS der 3.0 eliminiert dieses Problem komplett.
- Du jagst bei Temperaturschwankungen: Der 12 µm Sensor mit < 15 mK NETD liefert auch bei geringen Temperaturunterschieden (z.B. warme Sommernächte) ein kontrastreiches Bild.
- Du willst ein schärferes Display: Das Full-HD OLED der 3.0 ist ein spürbarer Qualitätssprung.
Passendes Zubehör
Für alle Thunder 3.0 Modelle empfehlen wir:
- HIKMICRO Eyepiece / Viewfinder für Thunder 3.0 – zum komfortablen Durchschauen
- Einen passenden Adapter zur Montage auf deinem Zielfernrohr (Rusan, Smartclip oder HIKMICRO Original)
- Einen Ersatzakku für längere Ansitze – die Akkus sind bei allen Modellen austauschbar
Fazit: Welches Thunder 3.0 Modell passt zu dir?
- Einsteiger / Budget: TH35C 3.0 – solider 384er Sensor, alle 3.0-Vorteile, fairer Einstieg
- Allrounder Wald: TQ35C 3.0 – 640er Sensor, breites Sichtfeld, ideal für Pirsch und Ansitz
- Allrounder + LRF: TQ35CL 3.0 – wie TQ35C, plus Entfernungsmesser und IP67
- Feldjagd / weite Distanzen: TQ50C 3.0 – 50 mm für maximale Reichweite
- Das Maximum: TQ50CL 3.0 – 50 mm + LRF + Ballistik, das Flaggschiff
Du bist unsicher, welches Modell das richtige ist? Schau dir auch unsere Kaufberatung Wärmebildkamera an oder stöbere in unserem Wärmebild-Vorsatzgeräte Sortiment.
















































































