Der Fuchs ist ein nachtaktives und extrem vorsichtiges Wildtier. Genau das macht die Fuchsjagd mit Wärmebildtechnik so effektiv: Du siehst den Fuchs, bevor er dich bemerkt – auch bei völliger Dunkelheit. In diesem Artikel zeigen wir, welche Wärmebildgeräte sich für die Fuchsjagd eignen und welche Taktiken funktionieren.
Warum Wärmebildtechnik bei der Fuchsjagd?
Der Fuchs ist überwiegend nachtaktiv und hat hervorragende Sinne. Optisch ist er in der Dunkelheit kaum wahrzunehmen – sein rotbraunes Fell verschmilzt in der Dämmerung mit dem Untergrund. Im Wärmebild hingegen hebt er sich als deutlich erkennbare Wärmequelle ab.
- Erkennung: Füchse sind im Wärmebild auf 200–400 m problemlos sichtbar
- Unterscheidung: Fuchs oder Katze? Im Wärmebild erkennst du den typischen langen Körperbau und die buschige Lunte sofort
- Verhalten beobachten: Kommt der Fuchs auf den Lockruf? Ist er misstrauisch? Das Wärmebild zeigt dir sein Verhalten in Echtzeit
Lockjagd mit Wärmebildkamera
Die klassische Lockjagd auf den Fuchs ist eine der erfolgreichsten Jagdmethoden – und mit Wärmebildtechnik noch effektiver. Du sitzt im Deckung, lockst mit dem Hasenklage-Locker oder einem elektronischen Lockruf und beobachtest mit der Wärmebildkamera, ob und von wo der Fuchs anwechselt.
Vorteil: Du siehst den Fuchs kommen, während er dich weder sieht noch hört. So kannst du rechtzeitig die Waffe in Position bringen und den optimalen Moment für den Schuss abwarten.
Geeignete Geräte für die Lockjagd
Für die Lockjagd brauchst du ein Gerät, das schnell einsatzbereit ist und ein gutes Sichtfeld bietet:
- Nocpix LUMI H35R mit LRF – Handkamera mit Entfernungsmesser, ideal zum Scannen
- Nocpix QUEST H35R – Wärmebildfernglas, bequem zum längeren Beobachten
- HIKMICRO Falcon FQ35 2.0 – bewährte 640er-Bildqualität
Nachtansitz auf den Fuchs
In den Bundesländern, die die Nachtjagd auf den Fuchs erlauben, ist die Kombination aus Wärmebildkamera und Vorsatzgerät die effektivste Methode. Du beobachtest mit der Handkamera oder dem Fernglas – und schießt mit dem Vorsatzgerät auf dem Zielfernrohr.
Empfehlung für die Nachtjagd:
- HIKMICRO Thunder TQ35C 3.0 – Shutterless-Technik, kein Klick-Geräusch bei der Kalibrierung (wichtig beim scheuen Fuchs!)
- Nocpix MATE H38R – Vorsatzgerät mit integriertem LRF
Rechtlicher Hinweis: Die Nachtjagd auf den Fuchs mit Wärmebild-Vorsatzgerät ist nicht in allen Bundesländern erlaubt. Informiere dich vorab über die geltenden Bestimmungen in deinem Jagdbezirk. Allgemeine Infos zur Rechtslage findest du in unserem Artikel Wärmebildzielfernrohr Deutschland 2026 – Rechtslage.
Besonderheiten des Fuchses im Wärmebild
- Kleineres Wärmesignal: Ein Fuchs gibt weniger Wärme ab als ein Reh oder Wildschwein. Auf 300+ m kann er im Wärmebild relativ klein erscheinen
- Schnelle Bewegung: Füchse schnüren oft zügig – ein Gerät mit 50 Hz Bildrate zeigt die Bewegung flüssig, niedrigere Bildraten können zu Ruckeln führen
- Verwechslungsgefahr: Katzen, Marder und junge Dachse können im Wärmebild ähnlich groß wirken. Achte auf die typische Fuchssilhouette: langer Körper, spitze Ohren, buschige Lunte
Tipps für die Fuchsjagd mit Wärmebildtechnik
- Wind beachten: Der Fuchs hat eine hervorragende Nase. Auch mit Wärmebildtechnik nützt es nichts, wenn der Wind in Richtung des Fuchses steht
- Geduld: Füchse kommen selten sofort auf den Lockruf. Plane mindestens 30–45 Minuten pro Stand ein
- Minimale Bewegung: Auch wenn der Fuchs dich nicht sieht – er hört ausgezeichnet. Vermeide unnötige Bewegungen
- Schussdistanz kennen: Die meisten Fuchsstrecken fallen auf 80–150 m. Übe das Schießen auf diese Entfernungen
Rechtlicher Hinweis: Landesrechtliche Regelungen beachten
Wichtig: Der Einsatz von Wärmebildvorsatzgeräten und Nachtzielgeräten bei der Fuchsjagd ist nicht in allen Bundesländern erlaubt. Während das Bundesjagdgesetz (§ 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG) Nachtzielgeräte grundsätzlich verbietet, haben die Länder unterschiedlich weit reichende Ausnahmen geschaffen.
In vielen Bundesländern ist Wärmebildtechnik bisher nur für Schwarzwild freigegeben – nicht für Raubwild wie den Fuchs. Nur einige Länder, darunter Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, erlauben den Einsatz auch bei der Fuchsjagd (Stand 2026). Die Regelungen ändern sich derzeit häufig.
Prüfe daher unbedingt vor dem Einsatz die aktuell geltende Regelung in deinem Bundesland! Insbesondere wenn du revierfremd auf Einladung jagst, lohnt sich ein Blick in das jeweilige Landesjagdgesetz. Im Zweifel gibt die zuständige Untere Jagdbehörde Auskunft.
Fazit
Wärmebildtechnik hebt die Fuchsjagd auf ein neues Level. Ob Lockjagd, Nachtansitz oder Bestandskontrolle – du siehst den Fuchs, bevor er dich bemerkt. Eine gute Handkamera oder ein Wärmebildfernglas ist der optimale Begleiter; für die Nachtjagd ergänzt ein Vorsatzgerät das Setup.
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